... in Frankreich - Tag 14 - Parc naturel regional d'Armorique und Roscoff (300km)

Wir verlassen unser Quartier. Und an dieser Stelle möchte ich noch etwas zu unseren Gastgebern sagen. 

Philip und seine Frau haben die 'Gîtes de Lenvos' 2003 übernommen und mit viel Liebe zu dem kleinen Paradies gemacht, dass es jetzt ist. Mit ihren 3 Töchtern (damals 4,5 und 6) wanderten sie - nach einem Urlaub in der Bretagne - aus nach Frankreich. Die 'Gîtes de Lenvos' bilden einen typisch bretonischen Hof, welcher aus dem 14./15. Jh. stammt. Teile der Gemäuer stammen sogar noch aus dieser Zeit. Stolz zeigt uns Philip die typischen Türbögen, welche noch aus dicken, alten Felsbrocken bestehen.

Die Familie hat sich diesen Ort bewusst ausgesucht. Denn im Zentrum der Bretagne findet das ganze Jahr über das Leben statt, während an der Küste nur zu Ferienzeiten die Geschäfte, Bars und Restaurants geöffnet sind. Doch mit 3 Kindern braucht man einen Ort, der jeder Generation gerecht wird.

Die Gîtes werden sehr liebevoll geführt. Ein toller, sehr weitläufiger Garten gehören ebenfalls zum Gästeangebot, wie der Pool und die gratis Ausflugs-Tipps der Familie. Der Ort ist perfekt für Paare, aber auch für Familien. Denn weit und breit sind keine Strassen. Hier herrscht einfach nur Ruhe und man findet viele Plätze zum relaxen.

Herzlichen Dank für den tollen Aufenthalt und die vielen interessanten Gespräche!

Unser Weg führt uns zunächst auf die Halbinsel zwischen Brest und Quimper. Dort liegt der 'Parc naturel regional d'Armorique'. Im Jahre 1969 gegründet umfasst er eine Fläche von 112'000 Hektar. Wir haben leider nicht bedacht, dass heute der 14.Juli und damit Nationalfeiertag der Franzosen ist. Und so sind wir nicht die Einzigen, die sich auf den Weg in diesen wunderschönen Naturpark machen.

Der Hauptort 'Crozon' ist überfüllt, doch wir können uns noch einen der Gratisparkplätze ergattern und suchen uns ein Restaurant. Aber, dass die Bewertungen von Tripadvisor auch nicht immer dem entsprechen was wir erwarten, zeigt uns der Lunch in Crozon. Wir fanden einen Italiener mit sehr guter Bewertung und bekamen eine mittelmässige Pizza für Michael und unterirdische Tagliatelle mit Gambas für mich. Was daran unterirdisch war? Die Sauce bestand aus flüssigem Rahm und hat nie ein Gewürz gesehen. C'est la vie!

 

Die "Stadt" taugt uns nicht und wir ziehen weiter in die Natur. Doch auf Grund des Feiertages sind alle Parkplätze überfüllt und die Spots überlaufen. Wir entscheiden uns für eine kleine Rundfahrt, bevor wir die Halbinsel wieder verlassen.


Die Landschaft ist wunderschön und einen Ausflug, an einem anderen Tag
wert.

Wir jedoch fahren weiter in Richtung Roscoff und kommen durch niedliche Ortschaften. Fast jedes grössere Dorf hat eine impulsante Kirche und einen kleinen "historisch" wirkenden Ortskern. So auch der Ort 'Croaz ar Sant'. 



Wir kommen in den Norden und finden einen bezaubernden Strand nahe des Ortes 'Kerfissien' Auch dort hat es wieder einen schönen Mix aus Felsen und Sand. Und mittendrin wieder ein, an einen Felsen gebautes, Haus. Und diesmal ganz ohne Besucher, da es nicht vermarktet wird. Wir können unser Glück kaum fassen und Michael dreht ein paar Runden mit der Drohne.




Die Landschaft bei Ebbe ist wie aus einer anderen Welt und überall, wo man hin schaut, entdeckt man etwas Neues. Wir lieben es und geniessen jede Minute in dieser skurrilen Landschaft.

Am Nachmittag fahren wir weiter nach Roscoff, wo wie das erste Mal zwei Nächte in einem Hotel gebucht haben. Da wir nach unserer Hochzeit im letzten Jahr keine Reise machen konnten, wollten wir uns zwei Nächte etwas besonderes gönnen und haben das Hôtel Brittany and Spat ausgewählt. Nach einem freundlichen Empfang beziehen wir das Zimmer. Es ist schön, aber nichts Besonderes. Für den Preis doch schon eine Ernüchterung. Wir entscheiden uns gegen ein Abendessen im hoteleigenem Restaurant, welches mit einem Michelin Stern ausgezeichnet ist, buchen aber für den nächsten Morgen ein Frühstück.

Roscoff liegt, wie schon erwähnt, an der Nordküste der Bretagne und hat knapp 3'500 Einwohner. Der Ortskern ist historisch und ist sehr gut erhalten und gepflegt. Die vorgelagerte Insel 'Île de Batz' kann alle 15min angefahren werden. Die Altstadt ist rund 1000m von unserem Hotel entfernt, so dass wir einen wunderschönen Spaziergang am Hafen vor uns haben. Die Restaurants und Bars sind gut gefüllt, Musik spielt und am Pier ist ein kleiner Jahrmarkt aufgebaut. Es findet ein ganz normales Leben statt, in dem auch wieder gefeiert werden darf/kann. Wir saugen dieses Gefühl in uns auf, denn darauf mussten wir alle viel zu lange verzichten. Ausgelassene Stimmung herrscht unter den Franzosen, an ihrem Nationalfeiertag und manch einer trinkt mehr als ihm gut tut *zwinker*.

Und endlich haben wir auch mal einen richtigen Sonnenuntergang. 


Morgen erwartet uns ein ruhiger entspannter Tag in der Umgebung der Stadt Roscoff.

Gute Nacht!