... in Frankreich - Tag 6 - La Rochelle über Cognac (280km)

Was für eine Nacht!

Gestern hatten wir den ganzen Tag herrlichsten Sonnenschein bei gut 30°C. Doch in der Nacht änderte sich das Wetter um 180°. Wir hatten einen Sturm in der Nacht, der nicht von schlechten Eltern war. Wir dachten, dass der gesamte Wohnkomplex fortgeweht wird. An viel Schlaf war da nicht zu denken.Die See war heute morgen noch sehr aufgewühlt und der halbe Strand wurde in der Nacht überspült. Eine gute Zeit, um Muscheln zu sammeln.


Heute führt uns unser Weg nach La Rochelle. Jedoch nicht auf direktem Weg. Wir machen zwischendurch einen Abstecher in der kleinen Stadt "Cognac". Und wie ihr schon richtig vermutet, kommt dort die weltbekannte und Namens geschützte Spirituose "Cognac" her. Sie wird hergestellt aus den Weissweinen der Region.

Ganz nach dem Motto: "Der Weg ist das Ziel" fahren wir die Strecke nach Cognac über Land und ohne Autobahn. Und dies lohnt sich. Die Region, die Landschaft ist wunder schön - sanfte Hügel, Weinberge, kleine Schlösser und grosse Höfe. Die Fahrt fühlt sich an als würde man durch ein Gemälde fahren.


Cognac selber ist eine kleine, gemütliche Stadt mit 18'000 Einwohnern.
Die Stadt hat sehr viel Charme und versprüht das Gefühl von Gelassenheit. Wir finden einen Parkplatz nahe der Markthalle. Diese hat leider schon geschlossen, da es kurz nach 12 Uhr ist. Entspannt schlendern wir durch die Gassen von Cognac und lassen uns treiben. Auch wenn die Stadt so klein ist, zieht sie uns doch sofort in ihren Bann. 
Hier suchen wir zum ersten Mal eine Crêperie/Galetterie auf. Galette, das ist die herzhafte Variante eines Crêpes, bestehend aus einem Teig aus Buchweizen. Wir entscheiden uns für eine Galette mit Schafskäse, Honig, Nüssen und Speck und eine Galette mit Pouletstreifen in Curryrahm, Sellerpüree, Karottenpüree und Zwiebelkonfi sowie Champignons.

Nach dem Essen suchen wir noch eine der vielen Cognac Hersteller auf. Auf Grund von Corona sind "leider" keine Verkostungen möglich. Jedoch mag auch noch keiner von uns Beiden kurz nach Mittag Cognac probieren. Und so lassen wir uns auf Englisch beraten und nehmen ein paar Kostproben mit nach Hause.

Weiter gehts nach La Rochelle. Unser Vermieter für die nächsten zwei Nächte wartet gegen 16 Uhr auf uns. Unser Quartier liegt am Stadtrand von La Rochelle. Es ist schnell gefunden, die Einfahrt etwas tricky. Doch dann erwartet uns ein hübsches, kleines Blockhaus, welches geschmackvoll eingerichtet ist, mit einem wunderschönen, verwunschenem Garten.


Schnell ausgepackt und das Auto an den Strom gehängt und dann geht's zu Fuss 2.2km in die Innenstadt. Am Anfang macht La Rochelle den Anschein ebenso ruhig und gelassen zu sein wie Cognac. Doch der Schein trügt: Erreicht man die Innenstadt am Hafen pulsiert das Leben. Bars, Restaurants und Cafés wohin das Auge reicht und alle sind voll besetzt. Hier geniesst man sichtlich die Möglichkeit, sich wieder treffen und gemeinsam etwas erleben zu können. Man merkt, dass die Menschen etwas nachzuholen haben - genau wie wir.


Wenn ich mir die zwei Bilder jetzt anschaue, kommen sie mir surreal vor. Es scheint fast so als seien die Menschen auf diesen Bildern durch Computer eingefügt worden. Nach so langer Zeit der Abstinenz... findet ihr nicht auch?

Wir finden zwei freie Plätze in einem der zahlreichen Cafés, gönnen uns einen Cocktail und suchen uns den Ort für's Abendessen aus. Unsere Wahl trifft auf ein Restaurant mit französisch, asiatischer Küche - das "Ginger". Das Essen hier ist phänomenal. Gesund und lecker - mit Einflüssen aus allen Küchen dieser Welt.


Wir lassen uns treiben, laufen über Strassenmärkte. Künstler, wie Maler oder Bildhauer bieten ihre Kunstwerke an und wir saugen alles in uns auf. 
Spät am Abend machen wir uns auf den Rückweg zur Unterkunft. Da wir zwei Nächte in La Rochelle bleiben, wird uns die Stadt morgen noch ein weiteren Mal sehen. 

Wir lassen den Abend auf unserer Terrasse vor der Blockhütte bei einem Glas Rotwein ausklingen, bevor es gegen 11 Uhr zu regnen beginnt.