... in Nordvietnam - Ban Gioc Wasserfälle

Ban Gioc Wasserfälle (Cao Bang) - 210km - 5:30 Fahrtzeit

Am nächsten Morgen begaben wir uns sehr früh auf den langen Weg von Ba Be Lake nach Cao Bang und den Ban Gioc Wasserfällen an der südchinesischen Grenze.

Die Fahrt dorthin führte uns durch eine wunderschöne Karstlandschaft mit vielen Reisfeldern. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem kleinen, familiär geführten Restaurant. Dort tranken wir Kaffee und Grüntee und Dũng zeigten uns, nach kurzer Absprache mit den Besitzern, den Garten.

Der Garten war sehr strukturiert angelegt und wir lernten u.a. Ingwer, Lemongras und Wasserspinat kennen. 

Ingwer Pflanze

Lemongras

Wasserspinat

Dũng pflückte uns eine Frucht vom Baum. Es war eine reife Guave (vietnameisch: Guava). Ohne sie zu schälen sollten wir hinein beissen. Hmmmm….. lecker. Süss und saftig - so frisch vom Baum - ein Genuss!

Eine gut aussehende, alte Dame - so um die 70 - kümmerte sich um den Garten und um die Kinder. Leider habe ich mich da noch nicht getraut ein Foto zu machen. Ich wusste noch nicht, dass dies in Vietnam kein Problem ist und hatte etwas Hemmungen.

Weiter ging’s in Richtung Cao Bang und den Ban Gioi Wasserfällen.

Die Bauern der Umgebung waren mitten in der Reisernte und Dũng war der Meinung, dass wir doch einfach mal bei einer Ernte mithelfen sollten.

Und schon wurde bei der nächsten Möglichkeit angehalten und im nächsten Moment standen wir auch schon auf dem Reisfeld und Michael an der Erntemaschine.

Was in den höher gelegenen Bergregionen noch mit Hand gedroschen wird, wurde hier bereits mit einer Maschine abgeerntet. Dazu wurden die abgeschnittenen Reisähren in die grosse Öffnung der Maschine gehalten. Darin befanden sich zwei Walzen. Diese trennten die Ähren von den Stielen. Was ein Spass, wenn man es nur mal probieren darf. Jedoch Knochenarbeit, wenn man es tag täglich machen muss.

Danach fuhren wir durch ein Dorf, dass sich nur einer Profession verschrieben hatte - dem Schmiedehandwerk. Und um genauer zu sein, wurden hier nur Messer, Schwerter, Macheten, Beile und Äxte geschmiedet. 

Wir machten einen kurzen Stopp und sahen einer jungen Familie bei Schmieden zu. Die Frau betrieb den Blasebalg und sorgte somit für ausreichend Luftzufuhr und Hitze und ihr Mann bearbeitete das Metall.

Und dann endlich, nach circa 7 Stunden mit Pausen, hatten wir die 200km hinter uns gebracht und sahen die wunderschönen Wasserfälle zu unseren Füssen. Überraschender Weise war der Parkplatz nicht voll und wir konnten dieses Naturwunder in aller Ruhe geniessen. 

Die Bản-Giốc-Detian-Wasserfälle sind die weltweit viertgrössten Wasserfälle auf der Grenze zwischen zwei Ländern. Sie liegen je zur Hälfte in der Provinz Cao Bằng in Vietnam und im Kreis Daxin der Stadt Chongzuo im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang in der Volksrepublik China. Der Fluss Quy Xuân, der zum Einzugsgebiet des Westflusses gehört, ergiesst sich dort in einer mehrstufigen Kaskade von 300 Metern Breite über einen Höhenunterschied von etwa 53 Metern. (Quelle: Wikipedia)

Türkisblau leuchtete das Wasser, eingerahmt von grünen Wiesen und Wäldern. Michael packte unsere Drohne aus und überflog die Wasserfälle. Wir mussten jedoch etwas auslassen und konnten keinen direkten Überflug wagen, da die Wasserfälle zur Hälfte auf chinesischem Gebiet liegen und wir einen Ärger provozieren wollten. Der Ausblick von oben war dennoch atemberaubend.

Wir machten ein paar lustige Bilder mit den passenden Hüten, die Tam, unser Fahrer, mitgebracht hatte und genossen die Zeit vor Ort. Wir hatten alle sichtlich Spass.

Mein Bruder und ich

Übernachtet haben wir in Cao Bang in Sa’s Home. Tolle, grosse und sehr saubere Zimmer. Einziger Wermutstropfen: Unsere zwei Begleiter durften hier nicht übernachten und mussten sich etwas ausserhalb eine Unterkunft suchen. Wir konnten nicht verstehen, dass es sowas heutzutage noch gibt, zumal das Homestay vollkommen leer war.